Feuerwehr-Meisterschaft: Streit um Nationalhymne spaltet Rettungskräfte und löst Solidaritätskonzert aus
Nico KellerFeuerwehr-Meisterschaft: Streit um Nationalhymne spaltet Rettungskräfte und löst Solidaritätskonzert aus
Streit um Nationalhymne bei Feuerwehr-Meisterschaft spaltet Rettungskräfte
Ein Konflikt um die deutsche Nationalhymne bei einer Feuerwehrmeisterschaft hat die Gemeinschaft der Rettungskräfte tief gespalten. Richard Mänder, ein Kampfrichter aus Bad Belzig, wurde nach dem Abspielen einer umstrittenen Version des Liedes von seinem Posten enthoben – woraufhin er einen alternativen Wettbewerb ins Leben rief. Die Auseinandersetzung eskalierte weiter, als Schlagerlegende Heino ein Solidaritätskonzert gab, das Hunderte Anhänger anzog und die Debatte über politische Symbolik bei öffentlichen Veranstaltungen neu entfachte.
Auslöser war Mänders Entscheidung, während der Bundesfeuerwehrmeisterschaft Heinos Aufnahme der Nationalhymne aus den 1970er-Jahren – inklusive aller drei Strophen – abzuspielen. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) entband ihn umgehend von seinen Richterpflichten und verwies auf die historische Belastung des Liedes. Mänder wies rechtsextreme Tendenzen von sich, bedauerte jedoch das "Missverständnis" und betonte, man dürfe ihm nicht allein die Schuld geben.
Als Reaktion gründete Mänder die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft und kündigte jährliche Alternativwettkämpfe außerhalb des offiziellen Verbandes an. Brandenburgs Landesbrandmeister Rolf Fünning warnte vor einer Spaltung der Feuerwehrfamilie und verbot Teilnehmern, bei Mänders Veranstaltungen offizielle Abzeichen zu tragen.
Heino, bekannt für seine Volks- und Schlagermusik, kritisierte Mänders Entlassung scharf und veranstaltete in Bad Belzig ein Unterstützungskonzert. Rund 800 Besucher tanzten zu Hits wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara, während einige Männer während der Auftritte "Ostdeutschland!" skandierten. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen solidarisierten sich und bezeichneten die Strafe gegen Mänder als überzogen.
Heinos Manager Helmut Werner verurteilte zwar das Abspielen der Hymne beim Wettbewerb, verteidigte Mänder jedoch und bezeichnete dessen Kritiker als "ahnungslose Analphabeten". Zugleich verwies er auf die politischen Positionen des Sängers, um Vorwürfe zu entkräften. Unterdessen lobte AfD-Politiker Lars Schieske das Konzert als "Beweis für Zusammenhalt".
Unter den Gästen befand sich auch die Schlagersängerin Melanie Müller, die bereits wegen des Hitlergrußes auf der Bühne verurteilt worden war. Die Veranstaltung vertiefte die Gräben weiter, ohne dass sich zunächst Auswirkungen auf die offizielle Feuerwehrführung oder die nächste Meisterschaft in vier Jahren abzeichnen.
Mänders neue Organisation wird künftig eigene jährliche Wettbewerbe ausrichten – mit dem Risiko einer dauerhaften Spaltung der Feuerwehrwelt. Der Deutsche Feuerwehrverband hält an seiner Entscheidung fest, während die Fronten verharren. Der offizielle Wettkampfkalender bleibt vorerst unverändert, doch die Auseinandersetzungen um politische Symbolik und disziplinarische Maßnahmen schwelen weiter.






