24 June 2026, 20:03

FDP-Streit eskaliert: Warum ein Interview mit der Jungen Freiheit die Partei spaltet

Ex-FDP-Justizministerin nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Warum ein Interview mit der Jungen Freiheit die Partei spaltet

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist ein Streit über ein Interview entbrannt, das der Parteimitglied Martin Hagen der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit gegeben hat. Hagens Entscheidung, mit dem Blatt zu sprechen, hat scharfe Kritik von prominenten Parteivertretern ausgelöst, darunter der früheren Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die Kontroverse hat die Debatte über politische Grenzen und den Umgang mit Medien neu entfacht.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Angela Merkel als Justizministerin amtierte, verurteilte Hagens Interview öffentlich. Sie bezeichnete die Junge Freiheit als „tabu“ und warnte davor, dass eine Zusammenarbeit mit dem Blatt die rechtspopulistische AfD salonfähig machen könnte. Unterstützung erhielt sie von der Philosophin Sabine Döring, einer ehemaligen Staatssekretärin, die aus Protest gegen die Wahl des Forums von einer FDP-nahen Podiumsdiskussion zurücktrat.

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Hagen verteidigte sein Vorgehen und betonte, die Junge Freiheit sei zwar rechtskonservativ, aber weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem versicherte er, die FDP werde niemals mit der AfD kooperieren, da diese kein möglicher Partner sei. Unterdessen lobte die FDP-Bundesvorstandsmitglied Susanne Seehofer das Interview und argumentierte, der politische Diskurs dürfe sich nicht auf Echokammern beschränken.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel mischte sich ein und behauptete, das Interview habe eine „journalistische Brandmauer“ durchbrochen. Hagen bedauerte später, die Gesellschaft habe „verlernt, zu streiten“, und betrachte Auseinandersetzungen inzwischen als Bedrohung für die Demokratie.

Der Konflikt offenbart tiefe Gräben innerhalb der FDP darüber, wie mit umstrittenen Medien umgegangen werden soll. Leutheusser-Schnarrenbergers Kritik und Dörings Rückzug zeigen deutlichen internen Widerstand gegen das Interview. Hagens Rechtfertigung und Seehofers Unterstützung machen deutlich, dass die Debatte über politische Grenzen noch lange nicht abgeschlossen ist.

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