EU-Methanregeln für Kraftstoffimporte: Deutschland führt Widerstand an
Charlotte JägerEU-Methanregeln für Kraftstoffimporte: Deutschland führt Widerstand an
Die EU bereitet sich darauf vor, ab kommendem Jahr neue Vorschriften zu Methanemissionen bei Kraftstoffimporten durchzusetzen. Diese Regelungen werden eine Überwachung und Überprüfung der Emissionen bei Lieferungen in den Binnenmarkt vorschreiben. Methan, ein hochwirksames Treibhausgas, ist nach Kohlendioxid der zweitgrößte Verursacher der globalen Erwärmung.
Deutschland hat sich an die Spitze der Opposition gegen die geplanten Methanregeln gestellt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die EU aufgefordert, die Verordnung zu verschieben oder auszusetzen – mit Verweis auf Bedenken bei der Energiesicherheit. Berlin warnt, die Maßnahmen könnten Importe von Erdölprodukten einschränken, darunter auch Kerosin für die Luftfahrt.
Mit seiner Ablehnung steht Deutschland nicht allein da. Eine Gruppe von zwölf EU-Regierungen fordert eine dreijährige Verschiebung der Regelungen. Wirtschaftsverbände und einige Mitgliedstaaten argumentieren, die Kontrollsysteme seien noch nicht einsatzbereit – eine Darstellung, die Umweltorganisationen bestreiten.
Die Europäische Kommission versucht, ihre Klimaziele mit praktischen Umsetzungsfragen in Einklang zu bringen. Gleichzeitig kommt Widerstand auch von Kraftstofflieferanten außerhalb Europas: Die USA gehören zu den Kritikern der Verordnung. Die Debatte unterstreicht die wachsende Bedeutung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards im globalen Kraftstoffhandel und beim Marktzugang.
In Kürze werden die EU-Minister über den vorgeschlagenen Aufschub beraten. Die Zukunft der Verordnung bleibt ungewiss, da Regierungen Klimaziele gegen Risiken für die Energieversorgung abwägen. Die Methanbilanz könnte zum entscheidenden Faktor für Kraftstofflieferanten werden, die Zugang zu den europäischen Märkten suchen.
