Dresden setzt auf Flusswasser: Neue 50-Megawatt-Wärmeanlage an der Elbe geplant
Lina HuberDresden setzt auf Flusswasser: Neue 50-Megawatt-Wärmeanlage an der Elbe geplant
Dresden plant eine neue 50-Megawatt-Wärmeanlage in der Nähe der Marienbrücke
Die Anlage soll Wärmepumpen nutzen, die Flusswasser als Energiequelle erschließen, um Fernwärme zu erzeugen. Die Baukosten werden auf rund 92 Millionen Euro geschätzt.
Aus der Elbe sollen etwa 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnommen werden. Nach der Wärmeentnahme wird das Wasser etwa drei Grad kälter in den Fluss zurückgeleitet – ein Vorgang, der die Gesamtwassertemperatur des Flusses nicht spürbar beeinflussen wird.
Sobald die Anlage in Betrieb geht, könnte sie jährlich rund 300.000 Megawattstunden Wärme erzeugen – genug, um bis zu 45.000 Haushalte zu versorgen. Im Gegensatz zu Luft-Wärmepumpen können wasserbasierte Systeme fast das ganze Jahr über Wärme liefern.
Der Standort nahe der Marienbrücke wurde wegen der Nähe zum Fluss und zum Fernwärmenetz gewählt. Derzeit beziehen etwa die Hälfte der Dresdner Haushalte Fernwärme, wobei der jährliche Verbrauch bei 1,7 Millionen Megawattstunden liegt. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage könnte bereits 2031 erfolgen.
Auch Köln plant ein ähnliches, aber deutlich größeres Projekt: Eine 150-Megawatt-Wärmepumpe soll Wärmeenergie aus dem Rhein gewinnen und wäre damit die größte ihrer Art in Europa.
Die Dresdner Anlage wird die erzeugte Wärme direkt in das städtische Fernwärmenetz einspeisen. Ziel ist es, Tausenden Haushalten eine zuverlässige und nachhaltige Energiequelle zu bieten. Das Projekt folgt einem wachsenden Trend, Flusswasser für die großtechnische Wärmeerzeugung zu nutzen.






