Deutschland will Alkoholverbot für 14- und 15-Jährige verschärfen – auch mit Eltern
Nico KellerDeutschland will Alkoholverbot für 14- und 15-Jährige verschärfen – auch mit Eltern
Deutschland plant ein Verbot des begleiteten Alkoholkonsums für 14- und 15-Jährige. Ein Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Karin Prien sieht vor, die bisherige Ausnahme zu streichen, die es Jugendlichen erlaubt, in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Mit der Änderung soll den wachsenden Sorgen über Suchtgefahren und frühzeitigen Alkoholkonsum begegnet werden.
Die Debatte über eine Verschärfung der Alkoholgesetze für Minderjährige hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Bereits im September 2025 forderte der Bundesrat ein Ende des begleiteten Trinkens für 14- und 15-Jährige. Bis März 2026 legte Priens Ministerium einen Entwurf zur Änderung des Jugendschutzgesetzes vor, der diese Ausnahme vollständig abschaffen soll.
Das Ministerium warnt, dass früher Alkoholkonsum das Risiko für gesundheitliche Schäden, gewalttätiges Verhalten und Vernachlässigung erhöht. Die geplante Reform ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets zur Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe. Wird das Gesetz verabschiedet, gälte künftig ein einheitliches Alkohol-Mindestalter von 18 Jahren – damit wären auch mit elterlicher Zustimmung keine Alkoholverkäufe an jüngere Teenager mehr erlaubt.
Der Entwurf wird derzeit mit Beteiligten beraten. Die Abgeordneten rechnen bis Jahresende mit einer endgültigen Abstimmung im Bundestag. Zudem werden weitere Schritte diskutiert, darunter ein Verbot von Alkoholwerbung und der Verkauf nur noch über lizenzierte Händler.
Die Novelle würde eine langjährige Lücke im deutschen Jugendschutzrecht schließen. Ohne die elterliche Ausnahme hätten Jugendliche unter 18 Jahren keinen legalen Zugang mehr zu Alkohol – in welcher Form auch immer. Die Regierung konzentriert sich darauf, Suchtrisiken zu verringern und die langfristige Gesundheit junger Menschen zu verbessern.






