Deutschland pumpt 500 Milliarden in Infrastruktur – doch das Geld fließt nur langsam
Nico KellerDeutschland pumpt 500 Milliarden in Infrastruktur – doch das Geld fließt nur langsam
Deutschlands Staatsverschuldung ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Sie beläuft sich mittlerweile auf über 2,5 Billionen Euro – ein Plus von mehr als 600 Milliarden Euro in nur fünf Jahren. Dieser Anstieg fällt zusammen mit den ehrgeizigen Investitionsplänen der Regierung im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK).
Das SVIK ist ein 500-Milliarden-Euro-Programm, das über zwölf Jahre läuft und durch Kredite finanziert wird. Davon sind 300 Milliarden Euro für Bundesprojekte in den Bereichen Verkehr, Energie und digitale Infrastruktur vorgesehen, weitere 100 Milliarden Euro fließen in den Klimaschutz- und Transformationsfonds. Um diese Ausgaben zu ermöglichen, lockerte die Regierungskoalition im März 2025 die verfassungsmäßige Schuldenbremse – bestimmte Posten dürfen seither die Kreditobergrenzen umgehen.
Doch bis Ende 2025 waren von den für jenes Jahr veranschlagten 37,2 Milliarden Euro erst 24 Milliarden ausgegeben worden. Über 13 Milliarden Euro blieben ungenutzt, und zwei Drittel aller SVIK-Projekte steckten noch in der Planungsphase. Kritiker werfen der Regierung vor, das Sondervermögen nutze vielfach nur bestehende Haushaltsposten um – echte Neuinvestitionen blieben aus.
Trotz des zögerlichen Starts sind bereits 87,6 Milliarden Euro für verbindliche SVIK-Vorhaben gebunden. Auch die Militärausgaben sollen stark steigen: von 21,7 Milliarden Euro (2025) auf 103,5 Milliarden Euro bis 2029.
Die Regierung prognostiziert, dass diese Investitionen das deutsche BIP kurzfristig um etwa einen halben Prozentpunkt steigern werden. Das SVIK und die damit verbundenen Ausgaben dürften die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung des Landes in den kommenden Jahren prägen. Die Staatsverschuldung wächst indes weiter – sie liegt mittlerweile bei fast 30.000 Euro pro Bürger.






