Deutsche Bahn: Güterverkehr-Chaos lässt Industrieproduktion zusammenbrechen
Nico KellerDeutsche Bahn: Güterverkehr-Chaos lässt Industrieproduktion zusammenbrechen
Deutsche Industrien leiden unter steigenden Verlusten durch Verspätungen im Güterverkehr der Deutschen Bahn
Die Automobil-, Stahl- und Chemieindustrie kämpft mit schrumpfenden Kapazitäten im Schienennetz und unzuverlässigen Transportleistungen. Bereits jetzt haben führende Unternehmen ihre Produktion gedrosselt.
Seit 2022 geht die Transportkapazität für die Automobilbranche kontinuierlich zurück. Auch die Stahlindustrie, die in hohem Maße auf die Bahn angewiesen ist, steht unter Druck. Fast die Hälfte aller Stahltransporte – von Rohstoffen bis zu Fertigprodukten – wird über die Schiene abgewickelt.
Unternehmen wie Salzgitter und ArcelorMittal haben ihre Produktion bereits reduziert, weil Rohstoffe zu spät eintreffen oder Fertigwaren nicht ausgeliefert werden können. Engpässe bei Lagerflächen verschärfen die Situation zusätzlich. Die Chemieindustrie, ein weiterer großer Nutzer des Schienengüterverkehrs, transportiert jährlich fast 25 Millionen Tonnen Waren per Bahn. Die Verspätungen haben Lieferketten durcheinandergebracht und die Kosten in die Höhe getrieben.
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), fordert von der Deutschen Bahn umgehende Maßnahmen. Er schlägt vor, Güterzüge auf Ausweichstrecken zu priorisieren und die Planung sowie Koordination zu verbessern, um die Krise zu entschärfen.
Die Störungen im Schienenverkehr zwingen die Industrie bereits jetzt, ihre Aktivitäten zurückzufahren. Dringend notwendig sind nun Maßnahmen wie ein effizienteres Streckemanagement, um den Güterverkehr wieder zuverlässig zu gestalten. Ohne Verbesserungen drohen weitere Produktionskürzungen und finanzielle Einbußen.
