Condor kämpft um Überleben: Bis 2026 muss ein Käufer her – sonst droht die Pleite
Nico KellerCondor kämpft um Überleben: Bis 2026 muss ein Käufer her – sonst droht die Pleite
Ungewisse Zukunft: Condor steht vor entscheidender Frist
Die Zukunft der Fluggesellschaft Condor bleibt ungewiss, während sich der deutsche Ferienflieger einer kritischen Deadline nähert. Die Airline, einst Teil der zusammengebrochenen Thomas-Cook-Gruppe, kämpft seit 2019 um einen stabilen Eigentümer. In einer aktuellen Folge des Podcasts Condor Deep Dive, moderiert von David und Alex, werden die anstehenden Herausforderungen beleuchtet – sollte bis Ende September 2026 kein Käufer gefunden werden.
Die Probleme von Condor begannen 2019, als die Liquiditätsreserven der Airline in einen gemeinsamen Finanzpool der insolventen Muttergesellschaft Thomas Cook flossen. Die deutsche Bundesregierung sprang mit einem Notkredit in Höhe von 550 Millionen Euro ein, bereitgestellt von der staatlichen Förderbank KfW, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Diese Mittel wurden später in Senior- und Junior-Tranchen umstrukturiert, verbunden mit einer Earn-out-Klausel, die an die künftige Performance geknüpft war.
Die polnische Staatsholding PGL, Muttergesellschaft der Fluglinie LOT, hatte Condor 2020 zunächst übernehmen wollen. Doch das Geschäft platzte in letzter Minute aufgrund der durch COVID-19 ausgelösten wirtschaftlichen Unsicherheit. Da sich kein anderer Interessent fand, stieg 2021 der britische Finanzinvestor Attestor als Mehrheitsgesellschafter ein – mit dem Plan, die Airline zu stabilisieren und später gewinnbringend weiterzuveräußern.
Unter Attestors Führung zeigte Condor erste Erholungszeichen: Im Geschäftsjahr 2024/25 beförderte die Airline über 11 Millionen Passagiere und erzielte einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro. Dennoch bleiben strukturelle Probleme bestehen. Als britisches Unternehmen sieht sich Attestor mit regulatorischen und operativen Hürden konfrontiert, die die Führung einer deutschen Fluggesellschaft erschweren. Aktuell arbeitet Condor mit der Barclays Bank zusammen, um einen strategischen Minderheitsinvestor zu finden, der weiteres Wachstum unterstützen soll.
Die Zeit wird knapp: Bis Ende 2026 muss Condor die staatliche Beteiligung abbauen, da dann die Rückzahlung der öffentlich gestützten Kredite fällig wird. Ohne Käufer oder klare Perspektive droht der Airline eine neue Krise.
Der 30. September 2026 markiert einen entscheidenden Moment für Condor. Entweder gelingt es, neue Investoren zu gewinnen, die Staatskredite zurückzuzahlen – oder die Fluggesellschaft steht vor einer ungewissen Zukunft. Da bisher kein Übernehmer in Sicht ist, werden die kommenden Monate zeigen, ob Condor sich endlich von ihrer turbulentem Vergangenheit befreien kann.






