Brandenburger Grundschule tritt Courage-Netzwerk bei – trotz Elternprotest und AfD-Klage
Nico KellerBrandenburger Grundschule tritt Courage-Netzwerk bei – trotz Elternprotest und AfD-Klage
Die Grundschule Bestensee in Brandenburg wird demnächst dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beitreten. Der Beschluss erfolgte nach einer Abstimmung, bei der 78 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für den Beitritt stimmten. Eine Elterninitiative hat jedoch Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet.
Die Schulleitung hatte den Beitritt zu dem Netzwerk vorgeschlagen, das sich für Antirassismus und demokratische Werte einsetzt. An der Abstimmung beteiligten sich 92 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder. Das Ergebnis übertraf die für die Annahme erforderliche 70-Prozent-Hürde.
Eine von einem Mitglied der rechtspopulistischen AfD angeführte Elterninitiative lehnt die Entscheidung ab. Sie argumentiert, das „Courage-Netzwerk“ verstoße gegen die Neutralitätspflicht und könnte linkes Gedankengut in die Klassenzimmer tragen. Schule und Bildungsbehörde wiesen diese Bedenken zurück und beriefen sich auf den Beutelsbacher Konsens, der demokratische Debatten an Schulen ausdrücklich erlaubt.
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann besuchte die Schule, um seine Unterstützung für die Initiative zu bekunden. Unterdessen hat der Gründer der Elterngruppe rechtliche Schritte eingeleitet. Er reichte beim Verwaltungsgericht Cottbus Klage ein und beantragt ein Urteil, das die Bildungsbehörde zwingen soll, seinen Antrag auf aufsichtsrechtliches Einschreiten zu prüfen.
Die Schule wird den Beitritt zum Netzwerk nach der deutlichen Zustimmung umsetzen. Das Gerichtsverfahren läuft noch; der Kläger warnt, eine Bestätigung des Beschlusses sende ein negatives Signal für die Demokratie. Der Fall spiegelt die Spannungen um die politische Neutralität im Bildungswesen wider.






