Berliner Messerangriffe: AfD nutzt neue App für Wahlkampf gegen Koalition
Niklas MüllerBerliner Messerangriffe: AfD nutzt neue App für Wahlkampf gegen Koalition
Messattacken in Berlin sind zum zentralen Wahlkampfthema geworden. Im Vorfeld der nächsten Wahl fordert der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) mehr Transparenz – nachdem die Polizei im Jahr 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe registrierte, ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Partei wirft der regierenden Koalition vor, wichtige Details zu Gewaltverbrechen zu verschleiern.
Die AfD hat ein Online-Tool namens "Messer-App" gestartet, das polizeilich erfasste Messerangriffe in der Stadt kartografisch darstellt. Nutzer sehen dort Tatorte, Verletzungen und weitere Fallinformationen. Die Parteiführung argumentiert, dies biete klarere Einblicke als die offiziellen Statistiken.
Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, kritisierte die Koalition scharf, weil sie Daten zurückhalte – insbesondere die Nationalitäten der Tatverdächtigen. Berlin gehört zu den wenigen Bundesländern, die solche Angaben nicht veröffentlichen. Die AfD behauptet, diese mangelnde Transparenz verhindere eine sachliche öffentliche Debatte.
Die Linke lehnt die AfD-Kampagne vehement ab und wirft der Partei vor, Ängste zu schüren und Migranten gezielt anzuprangern. Unterdessen zeigen Polizeizahlen für 2025 auch einen drastischen Anstieg von 68 Prozent bei Schusswaffen-Delikten – insgesamt 1.119 Fälle. Die AfD behauptet, es gebe Diskrepanzen zwischen Polizeieinsätzen und den erfassten Kriminalstatistiken, was ihre Forderungen nach offenerer Berichterstattung weiter anheizt.
Die Debatte um Messergewalt in Berlin kreist nun um Datenoffenheit und politische Reaktionen. Durch die AfD-App und öffentliche Stellungnahmen gerät die Koalition zunehmend unter Druck, mehr Informationen preiszugeben. Die Polizeistatistiken geben jedoch noch keine Auskunft darüber, wie viele der 1.906 identifizierten Tatverdächtigen aus dem Jahr 2024 tatsächlich angeklagt oder verurteilt wurden.






