23 May 2026, 22:07

Bergkirchweih 2024: Warum beliebte Lieder plötzlich verboten sind

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Bergkirchweih 2024: Warum beliebte Lieder plötzlich verboten sind

Erlangens berühmtes Bergkirchweih-Volksfest steht in diesem Jahr vor Veränderungen, nachdem die Stadtverwaltung eine Liste von Liedern verboten hat, die als sexistisch oder frauenfeindlich eingestuft wurden. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die angab, auf dem letzten Fest belästigt worden zu sein, und die dort gespielte Musik kritisierte. Bei fast einer Million erwarteter Besucher hat die Entscheidung unter Wirten und Musikern gleichermaßen für Diskussionen gesorgt.

Der Streit begann, als eine Frau der Nürnberger Nachrichten berichtete, sie sei auf dem Festival 2023 von aggressiven Männern begrapscht worden. Zudem äußerte sie Unbehagen über die Texte bestimmter Lieder, die während der Veranstaltung gespielt wurden. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, was sie als „problematische Partysongs“ bezeichneten.

Die Stadtverwaltung erstellte daraufhin eine Liste von Titeln, die nicht gespielt werden sollen – darunter langjährige Favoriten wie Skandal im Sperrbezirk, ein satirisches Lied, das die Münchner Prostitutionsverbote verspottet. Selbst Peter Wackels Hit Joana, in dem die Zeile Du geile Sau vorkommt, landete auf der Liste. Wackel selbst merkte an, dass viele Künstler mittlerweile „keine Lust mehr“ hätten, in Deutschland aufzutreten – wegen solcher Einschränkungen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Festival in der Kritik steht. Bereits 2021 verurteilte der Erlanger Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf der Bergkirchweih. Dennoch zeigen sich einige Wirte skeptisch und vergleichen die neuen Regeln mit Zensurmaßnahmen wie zu Zeiten der DDR.

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Das Verbot wird die Playlist des diesjährigen Festes verändern, doch wie sich dies auf die Besucherzahlen auswirkt, bleibt ungewiss. Während Wirt:innen und Musiker:innen Zweifel äußern, betonen die Verantwortlichen, es gehe darum, ein sicheres Umfeld zu schaffen. Die Entscheidung spiegelt die größeren Debatten über Meinungsfreiheit und öffentliche Anständigkeit in der deutschen Festkultur wider.

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