Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach strittiger Einladungsrücknahme
Niklas MüllerBayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach strittiger Einladungsrücknahme
Die Bayreuther Festspiele haben sich bei Michel Friedman entschuldigt, nachdem sie ihre Einladung an ihn zurückgezogen hatten. Die Veranstaltung wird dennoch wie geplant stattfinden. Friedman hatte dem Festival vorgeworfen, sich seiner historischen Aufarbeitung des Antisemitismus zu entziehen.
Katharina Wagner nannte Sicherheitsbedenken als Grund für die Rücknahme der Einladung. Später präzisierte das Festival, dass nie eine offizielle Veranstaltung mit Friedman vereinbart worden sei. Christian Thielemann bestätigte, dass Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit vor über einem Jahr geführt worden seien, es jedoch zu keiner verbindlichen Zusage gekommen war.
Das Festival hat in den vergangenen Jahren Schritte unternommen, um sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, darunter Inszenierungen, die sich kritisch mit Wagners Antisemitismus befassen. Regisseure wie Katharina Wagner, Stefan Herheim und Barrie Kosky haben diese Themen in ihren Arbeiten aufgegriffen. Zudem setzt sich das Festival offen mit seiner nationalsozialistischen Geschichte auseinander – etwa durch Gedenkveranstaltungen, Symposien und Forschungsprojekte im Haus Wahnfried.
Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko haben maßgeblich die musikalische Ausrichtung der Festspiele geprägt. Trotz dieser Bemühungen bleibt Bayreuth ein zentraler Bezugspunkt in den weiteren Debatten über Deutschlands kulturelle und historische Identität.
Die Entschuldigung an Friedman markiert den jüngsten Schritt in der anhaltenden Auseinandersetzung des Festivals mit seinem Erbe. Die Veranstaltung wird wie geplant fortgeführt, wobei die künstlerische und historische Aufarbeitung weiterhin im Mittelpunkt des Programms steht. Die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit bleibt ein Gegenstand öffentlicher und kritischer Diskussion.






