26 June 2026, 22:04

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach elf Monaten wieder offen – doch die Probleme bleiben

Renovierung der Hamburg-Berlin-Bahnlinie deutlich teurer

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach elf Monaten wieder offen – doch die Probleme bleiben

Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb

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Nach einer fast elfmonatigen Vollsperrung ist die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin Mitte Juni wiedereröffnet worden – mit sechs Wochen Verspätung. Seit der Schließung Anfang August hatten Pendler mit massiven Einschränkungen zu kämpfen: Fernzüge wurden umgeleitet, Regionalreisende mussten auf Ersatzbusse ausweichen.

Das Modernisierungsprojekt war von zahlreichen Rückschlägen geprägt. Besonders die anhaltenden Frostperioden im Januar und Februar führten zu erheblichen Verzögerungen und verschoben die geplante Wiederinbetriebnahme. Die Gesamtkosten stiegen auf 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als veranschlagt. Der einkalkulierte Puffer von 300 Millionen Euro wurde vollständig aufgebraucht.

Doch auch nach der Wiedereröffnung blieben Probleme bestehen: Aufzüge fielen aus, Züge fuhren nicht wie vorgesehen, und das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht installiert werden. Dadurch steht in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere Großsperrung bevor.

Die Sanierung ist Teil eines umfassenden Programms, das bis Mitte der 2030er-Jahre Dutzende Strecken modernisieren soll. Doch der Ansatz der flächendeckenden „Generalsanierungen“ steht in der Kritik, da er mit langen Sperrzeiten und explodierenden Kosten verbunden ist.

Zwar ist die Strecke nun wieder befahrbar, doch viele Baustellen sind noch nicht abgeschlossen. Schon bald steht die nächste längere Vollsperrung an. Das Projekt zeigt exemplarisch die Herausforderungen bei Großprojekten im Schienenverkehr: Verzögerungen und Kostensteigerungen belasten sowohl Fahrgäste als auch Haushalte.

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