08 May 2026, 04:10

Asylanträge in Deutschland sinken – doch warum wirklich?

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Asylanträge in Deutschland sinken – doch warum wirklich?

Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang folgt auf tiefgreifende politische Veränderungen in Syrien und neue Grenzpolitiken innerhalb der EU. Experten fragen sich nun, ob die jüngsten Maßnahmen tatsächlich eine entscheidende Rolle bei dieser Entwicklung gespielt haben.

Noch vor 2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge auf, denen in der EU Schutz gewährt wurde. Dieser Trend hat sich umgekehrt: Beide Länder verzeichnen nun die stärksten Rückgänge bei den Ankünften. Der größte Wandel setzte ein, nachdem die Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im Dezember 2024 zusammenbrach.

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Seit Mai 2025 hat Deutschland die Zurückweisungen an seinen Binnengrenzen verstärkt, um irreguläre Migration einzudämmen. Die Maßnahme war ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden, wurde aber inzwischen von der aktuellen Regierung übernommen. Doch trotz dieser Bemühungen zeigen die Zahlen kaum spürbare Auswirkungen.

Der Migrationsforscher Gerald Knaus argumentiert, dass die Zurückweisungen gegen EU-Recht verstoßen und keine langfristige Lösung darstellen. Stattdessen sieht er die politischen Umbrüche in Syrien als Hauptgrund für den Rückgang der Asylsuchenden. Knaus zufolge ist der Rückgang der Anträge auf veränderte Bedingungen in der Region zurückzuführen – und nicht auf die Grenzkontrollen.

Der Rückgang der Asylanträge hat den Druck auf Deutschland und Österreich verringert. Kritiker bestehen jedoch darauf, dass die Zurückweisungen rechtlich fragwürdig und unwirksam bleiben. Angesichts der weiterhin unklaren Lage in Syrien bleibt die Zukunft der EU-Migrationspolitik ungewiss.

Quelle