Aschura-Marsch in Berlin löst mit Kinder-Nachstellung Empörung aus
Charlotte JägerAschura-Marsch in Berlin löst mit Kinder-Nachstellung Empörung aus
Eine Demonstration in Berlin anlässlich des schiitischen religiösen Festes Aschura hat für Kontroversen gesorgt. Die unter dem Titel „Aschura-Marsch“ abgehaltene Veranstaltung umfasste eine Nachstellung, bei der Kinder aneinandergebunden wurden – was scharfe Kritik von Behörden und Organisationen auslöste.
Die Kundgebung fand bei extremer Hitze mit Temperaturen von bis zu 40°C statt. Rund 600 Menschen nahmen teil, mehrere benötigten wegen kreislaufbedingter Hitzeprobleme medizinische Hilfe. Die Veranstalter unterbrachen den Zug zeitweise, um den Teilnehmenden eine Pause im Schatten und die Möglichkeit zur Flüssigkeitsaufnahme zu ermöglichen. Zudem sagten sie eine geplante Zwischenkundgebung ab.
Die Nachstellung zeigte die historische Entführung von Frauen und Kindern – ein zentrales Ereignis der schiitischen Tradition während Aschura, das an die Märtyrerschaft von Imam Hussein erinnert. Der für die Veranstaltung zuständige Beamte verbot die Darstellung nach einem Gespräch mit den Organisatoren umgehend.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger verurteilte die Einbindung von Kindern in die Nachstellung als inakzeptabel und erklärte, es sei nicht hinnehmbar, sie bei solchen Kundgebungen zu instrumentalisieren oder auszunutzen. Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) kritisierte die Demonstration scharf, bezeichnete sie als islamistisch und warf den Teilnehmenden vor, Symbole islamistischen Terrors zu unterstützen. Trotz der Kontroversen verlief die Veranstaltung friedlich; vor Ort eingesetzte Dolmetscher meldeten keine strafrechtlich relevanten Inhalte.
Die Demonstration rückte die Debatte um die Beteiligung von Kindern an religiösen Nachstellungen in den Fokus. Behörden und Organisationen äußerten Bedenken hinsichtlich der Angemessenheit solcher Darbietungen. Abgesehen von den hitzebedingten gesundheitlichen Problemen gab es keine größeren Zwischenfälle.
