17 March 2026, 06:05

Apothekensterben in Deutschland: Wettbewerb und Reformen im Fokus

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Innenwänden, an der Ecke einer Straße gelegen mit einer Straße unten sichtbar.

Apothekensterben in Deutschland: Wettbewerb und Reformen im Fokus

Apothekensterben in Deutschland folgt klaren strukturellen Trends – angetrieben durch Wettbewerb und lokale Marktbedingungen. Während in einigen Regionen die Versorgungschancen sinken, betonen die Krankenkassen, dass die grundsätzliche Erreichbarkeit für die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin gegeben sei.

Eine aktuelle Studie des Iges-Instituts, im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt, zeigt, wie der Wettbewerb die Schließung von Apotheken prägt. In Gebieten mit einer überdurchschnittlich hohen Apothekendichte kommt es häufiger zu Schließungen, da Betriebe in gesättigten Märkten um ihre Existenz kämpfen. Der GKV-Spitzenverband drängt nun auf Reformen und schlägt ein gestaffeltes Vergütungssystem vor: niedrigere Festbeträge für Apotheken mit hohem Umsatz, höhere Sätze für solche mit geringeren Verkaufszahlen.

Die Erreichbarkeit von Apotheken hat sich zwischen 2020 und 2025 leicht verschlechtert. Bis 2025 könnten etwa 1,7 Millionen Menschen – das entspricht 2 Prozent der Bevölkerung – keine Apotheke mehr in 15 Gehminuten erreichen, ein Service, der ihnen zuvor zur Verfügung stand. Auch der Anteil derer, die eine Apotheke in nur fünf Minuten zu Fuß erreichen können, sank um 0,7 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent.

Dennoch relativieren die gesetzlichen Krankenkassen Bedenken hinsichtlich einer verschlechterten Versorgung. Daten der Barmer, einer der größten Krankenkassen Deutschlands, zeigen, dass nahezu zwei Drittel der Arztpraxen weiterhin eine Apotheke in zehn Gehminuten Entfernung haben. Über 90 Prozent können eine Apotheke mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichen. Selbst 2025 könnten 99,9 Prozent der Deutschen eine Apotheke mit dem Auto innerhalb von 15 Minuten erreichen – ein Rückgang um lediglich 0,6 Prozentpunkte seit 2020.

Die Zahl der Menschen, die ohne Auto keine Apotheke in 15 Minuten erreichen können, steigt zwar leicht an, bleibt aber gering. 2025 könnten etwa 73.000 Menschen (0,1 Prozent der Bevölkerung) von diesem Problem betroffen sein – 10.000 mehr als 2020.

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Die geplanten Reformen der Vergütungsstruktur zielen darauf ab, das Apothekennetz insbesondere in weniger wettbewerbsintensiven Regionen zu stabilisieren. Zwar hat sich die fußläufige Erreichbarkeit in einigen Gebieten verschlechtert, doch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung behält weiterhin einen schnellen Zugang zu Medikamenten – zumindest mit dem Auto. Die Diskussion darüber, ob die aktuellen Entwicklungen tatsächlich eine Gefahr für die gesundheitliche Versorgung darstellen oder lediglich normale Marktanpassungen widerspiegeln, dauert an.

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