17 March 2026, 10:06

Apotheken kämpfen weiter gegen ungerechtfertigte Rückforderungen der Krankenkassen

Außenansicht der 'The Generics Pharmacy'-Filiale in einer städtischen Umgebung mit sichtbarer Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren Himmel.

Apotheken kämpfen weiter gegen ungerechtfertigte Rückforderungen der Krankenkassen

Die anhaltende Problematik der rückwirkenden Nullgebühren-Forderungen belastet deutsche Apotheken weiterhin – trotz verschärfter gesetzlicher Regelungen. In den vergangenen fünf Jahren sollten Gerichtsurteile und regulatorische Änderungen die Praxis eindämmen, doch Krankenkassen finden nach wie vor Wege, Apotheker mit finanziellen Lasten zu belasten. Nun fordert der Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) umfassende Reformen, um das Problem endlich zu lösen.

Zwischen 2021 und 2026 unternahmen deutsche Gerichte und Aufsichtsbehörden Schritte, um die Rückforderungen ohne Berechtigung durch Krankenkassen einzuschränken. 2022 entschied das Bundessozialgericht im Fall B 12 KR 8/21 R., dass Kassen keine Zahlungen zurückverlangen dürfen, wenn keine tatsächliche Leistung erbracht wurde – es sei denn, es liegen klare Belege für Patientenzuzahlungen vor. Weitere Urteile in den Jahren 2023 (B 1 KR 15/23 R.) und 2024 festigten diese Rechtsprechung, während das Bundesversicherungsamt 2025 Leitlinien veröffentlichte, um die Praktiken der Kassen stärker zu begrenzen. Dennoch sehen sich Apotheken weiterhin mit täglichen Streitigkeiten, Widersprüchen und Klagen wegen Rückforderungen konfrontiert.

Der BVVA hält die bisherigen Beschränkungen für unzureichend. Die Kassen fänden ständig neue Begründungen für Rückerstattungsforderungen, wodurch die Regelungen wirkungslos blieben. Der Verband verlangt nun eine grundlegende Reform: Künftig sollen die Kassen Patientenzuzahlungen direkt abwickeln, statt die Last auf die Apotheken abzuwälzen. Zudem schlägt der BVVA bundesweit einheitliche Preise für alle in Apotheken abgegebenen Hilfsmittel vor, um individuelle Verträge oder vorherige Genehmigungen der Kassen überflüssig zu machen. Eine weitere Neuerung wäre die Vereinfachung der Gültigkeitsdauer von Rezepten – auf einen vollen Monat für Standardmedikamente und -produkte.

Über die Rückforderungen hinaus setzt sich der BVVA für strukturelle Veränderungen ein, um junge Apotheker zu gewinnen. Die erneute Forderung nach einem Modell der "Apotheken-GmbH" zielt darauf ab, teilzeitbeschäftigten Apothekern mehr Mitsprache bei der Gestaltung von Apothekenbetrieben und Führungspositionen zu ermöglichen.

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Die Vorschläge des BVVA sollen den administrativen Aufwand für Apotheken verringern und die Abwicklung von Zuzahlungen transparenter gestalten. Würden die Reformen umgesetzt, ließe sich die finanzielle Verantwortung von den Apothekern wegverlagern und die Preise für Hilfsmittel bundesweit vereinheitlichen. Die Initiative für das GmbH-Modell ist zudem Teil eines größeren Vorhabens, die Eigentumsstrukturen von Apotheken zu modernisieren und die Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs zu verbessern.

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