250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Nico Keller250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die dringende Rechtsreformen vorantreiben. Ihre Forderungen reichen von strengeren digitalen Schutzmaßnahmen bis hin zu Änderungen im Strafrecht.
Zu den Unterzeichnerinnen zählen unter anderem SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Co-Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner, Schauspielerin Veronica Ferres und Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie fordern umfassende gesetzliche Änderungen, darunter die Anerkennung von Femizid als eigenständiges Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Eine weitere zentrale Forderung ist die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells bei Sexualstraftaten.
Die Frauen verlangen zudem ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung entkleiden. Ihr Plan sieht außerdem vor, nicht konsensuelle Deepfake-Inhalte unter Strafe zu stellen und den Schutz vor digitaler Gewalt zu stärken. Die Initiative pocht auf ein Digitales Schutzgesetz, das sicherstellt, dass schädliches Material schnell entfernt und Täter identifiziert werden.
Als Reaktion kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ein "Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt" an, das im Frühjahr 2026 in Kraft treten soll. Das Gesetz zielt darauf ab, die Löschung erniedrigender Bilder zu beschleunigen und die Strafverfolgung bei bildbasierter sexualisierter Gewalt zu verbessern. Die Ampelkoalition hat zudem versprochen, Cyberkriminalitätsgesetze zu reformieren und rechtliche Lücken bei Deepfakes und digitaler Belästigung zu schließen.
Die vorgeschlagenen Reformen richten sich gegen Gewalt an Frauen – sowohl im digitalen als auch im analogen Raum. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, drohen schärfere Strafen für digitale Übergriffe, und die rechtlichen Maßstäbe zu Einwilligung würden neu definiert. Die für 2026 geplante Gesetzgebung der Regierung ist ein erster Schritt, um die Forderungen der Initiative aufzugreifen.






