30 March 2026, 22:06

15,3 Milliarden Euro Defizit: Wie die Krankenkassen jetzt sparen wollen – und wer zahlt

Plakat mit dem Text "Beende den Job: Gesundheit sollte ein Recht sein, nicht ein Privileg" und einer Karte mit der Aufschrift "Mache niedrigere Gesundheitspauschalen dauerhaft und schließe die Versorgungslücke für amerikanische Familien."

15,3 Milliarden Euro Defizit: Wie die Krankenkassen jetzt sparen wollen – und wer zahlt

Deutschlands gesetzliche Krankenversicherung steht vor einem Defizit von 15,3 Milliarden Euro – und löst damit eine Welle geplanter Kürzungen aus. Eine Expertenkommission legte am 30. März 2026 insgesamt 66 Sparmaßnahmen vor, doch die Linke lehnt die Pläne entschieden ab. Die Parteiführung wirft der Reform vor, sie belaste vor allem normale Versicherte, während Wohlhabende und Großinvestoren verschont blieben.

Der Bericht der Gesundheitsfinanzierungskommission sieht tiefgreifende Änderungen vor, um die Kosten zu senken. Dazu gehören das Streichen der Erstattung für Homöopathie und Cannabisblüten, die Pflicht zu Zweitmeinungen vor Operationen sowie die Beschränkung der Leistungspflicht auf evidenzbasierte Behandlungen. Bundesgesundheitsministerin will die Vorschläge bis Ende Juni 2026 in einen Gesetzesentwurf überführen – doch interne Streitigkeiten in der Regierung könnten den Prozess verzögern.

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Die Linke bezeichnet die Pläne als ein «Sparpaket auf dem Rücken der Versicherten» und spricht von «vielen bitteren Pillen», wie Fraktionschef Sören Pellmann kritisiert. Besonders moniert die Partei, dass Gutverdiener im Vergleich zu Durchschnittsverdienern einen geringeren Anteil ihres Einkommens in das System einzahlen. Zudem würden Vermieter und Großinvestoren überhaupt nichts beitragen.

Statt Kürzungen fordert die Linke eine gerechtere Finanzierung: Die Last solle auf «diejenigen mit den breitesten Schultern» verlagert werden, damit Wohlhabende und Konzerne ihren fairen Anteil zahlen. Nur so lasse sich die gesetzliche Krankenversicherung langfristig stabilisieren, betont die Partei.

Die Vorschläge der Kommission haben eine politische Kontroverse über die Sanierung des Krankenkassendefizits ausgelöst. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Folgen für den Leistungskatalog und medizinische Entscheidungsprozesse. Die Linke hingegen pocht weiterhin auf ein Finanzierungsmodell, das Spitzenverdiener und Investoren stärker in die Pflicht nimmt.

Quelle