12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise hoch – Verbraucher zahlen die Zeche
Nico Keller12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise hoch – Verbraucher zahlen die Zeche
Eine neue Studie zeigt, dass die 12-Stunden-Regel für Preiserhöhungen bei Benzin in Deutschland die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert hat. Forscher stellten fest, dass sich die Gewinnspannen bei Superbenzin nach Inkrafttreten der Verordnung am 1. April deutlich erhöhten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Maßnahme ihren eigentlichen Zweck – die Senkung der Preise für Verbraucher – bisher verfehlt hat.
Die von der ZEW Mannheim und dem Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) durchgeführte Untersuchung stützt sich auf Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe. Die Wissenschaftler analysierten die Preisentwicklung in den 14 Tagen vor und nach Einführung der Regelung. Im Fokus standen dabei die Nettopreise an der Zapfsäule sowie die Großhandelspreise am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA).
Im Durchschnitt stiegen die Gewinnspannen bei Superbenzin in den ersten beiden Wochen um 6 Cent pro Liter. Regional gab es jedoch Unterschiede: Besonders in Süddeutschland waren die Anstiege am stärksten ausgeprägt. Kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die größten Margensteigerungen, während große Ketten die geringsten Zuwächse aufwiesen.
Bei Dieselkraftstoff zeigte sich im gleichen Zeitraum kein klarer Trend. Zwar gab es gewisse Schwankungen, doch ein durchgehender Anstieg ließ sich nicht nachweisen. Daher bleibt unklar, ob die Dieselpreise ebenfalls von der neuen Regelung betroffen sind.
Bisher hat die Maßnahme nicht zu sinkenden Spritpreisen für Autofahrer geführt. Stattdessen profitieren vor allem Benzinhändler – insbesondere kleinere Anbieter – von höheren Gewinnmargen. Die Studie unterstreicht, wie die 12-Stunden-Regel der Mineralölbranche zugutekommt, ohne die erhofften Kostensenkungen für Verbraucher zu bewirken.






